Sound And Vision 8 – Trouble And Desire

Ein Spielfilm. Zwei Brüder, Bill, ein Krimineller, und Dennis, ein Philosophiestudent, begeben sich auf die Suche nach ihrem Vater, ehemals Baseballstar und wegen seiner anarchistischen Aktivitäten auf der Flucht vor der Polizei. Auf der Fahrt über Long Island treffen sie in einem Gasthaus auf Kate, Elina und dem Fischer Martin. Elina und Martin sind Mitglieder der anarchistischen Gruppe des Vaters. Bill verliebt sich in Kate, er will sie im Gasthaus unterstützen, und als er wegen eines Diebstahls verhaftet wird, ist klar, sie wird auf ihn warten.

Es gibt nur wenig Musik, von Yo La Tengo die Songs Some Kinda Fatigue, Always Something und Sleeping Pill, ein Tankwart, der eine verzerrte Version von Greensleeves spielt. Aber zur Mitte des Films, als Klimax, als alle Handlungsstränge sich für die weiteren Entwicklungen bündeln, erklingt Kool Thing von Sonic Youth, der Song bleibt nicht im Hintergrund, sondern wird in die Szene aufgenommen. Die Anweisung im Skript lautet:

Roaring rhythmic rock and roll fills the pavillion.

Tables have been upended.

Empty beer cans and bottles of booze line the bar.

Kate, Bill, Elina, Denis, und Martin dance.

It’s hot.

Steamy.

Sloppy.

Fun.

Es ist eine wunderschöne Tanzszene zu sehen, begonnen von Elina, deren Bewegungen von Martin und Dennis nachempfunden werden. Eine schlichte, beeindruckende Choreographie. Der Song klingt aus, es folgt eine lebhafte Diskussion über Madonna: Beutet sie ihren Körper aus und ist ihre Haltung eine feministische und wer bestimmt den Preis? Martin will sich über Musik unterhalten und setzt der Diskussion mit folgender Aufzählung ein Ende. „Hendrix, Clapton, Allman Brothers, Zeppelin, Tull, BTO, Stones, Grand Funk Railroad, James Gang, T.  Rex, MC5, Skynyrd, Leslie West, Blackmore, The Who, The old Who, Ten Years After, Santana, Thin Lizzy, Aerosmith, Hot fucking Tuna.“

Daß sich die Liebe zwischen Trouble und Desire bewegt, bringt der Sheriff am Ende des Films zum Ausdruck. „Love! Affection! Consideration! These things are myths. Myths invented in a torture chamber! A torture chamber in hell!“

Und  „What can we ever really know about another person anyway! They have their own needs and wants! Their own passionate and perverse dreams! Falling in love is like sticking an ice pick in your forehead. But we keep doing it! We hurl ourselves into the cauldron of passion! The bottomless pit of desire.“

Simple Men. Regie und Drehbuch: Hal Hartley, 105 Min., Englische Originalfassung, Italien/United Kingdom/USA 1992, Color, Produktion: Jerome Brownstein, Hal Hartley, Ted Hope, Bruce Weiss, Darsteller: Robert John Burke, Bill Sage, Karen Silas, Elina Löwensohn, Martin Donovan, Mark Chandler Bailey, Chris Cooke, Jeffrey Howard, Damian Young u.a. Bei Artificial Eye ist 2013 eine DVD-Version mit Special Features, aber ohne Untertitel erschienen: EAN 5021866650302.

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