AUF MEINEM PLATTENSPIELER 2018 PLAYLIST NR. 1

Playlist 1/2018 – was höre ich gerade, was läuft aktuell auf meinem Plattenspieler

SOUL SCRATCH – Pushing Fire

LP 2017 (Colemine Records)
Eine meiner absoluten Lieblingsplatten 2017. Überragend!

Soul Scratch – Pacified


MICHELS – Full Moon California Sunset
LP 1977 (Pastels)

Eine typische 3 Mark-Flohmarktplatte, die ich 1985 vom damaligen Inhaber des Plattenlädles in Esslingen geschenkt bekam. Er hatte noch 10 weitere rumstehen.  „Wenn’s dir net g’fällt schmeisch se halt weg“. Von wegen, die Platte lief bei mir damals auf Heavy Rotation. Wolfgang Michels (Ex Percewood‘s Onagram) starb im Herbst 2017 im Alter von 68 Jahren, was ich erst gerade gelesen habe. Heutzutage würde man die Platte wohl als Americana aus Deutschland oder als Singer/Songwriter-Softrock titulieren. Die zehn Songs, die in Kalifornien aufgenommen wurden, haben eine wunderbare melancholische und gleichzeitig sonnige Stimmung und einen tollen Flow. Eine großartige und total übersehene LP, die wohl auch heutzutage zumeist noch ihr Dasein zerfleddert und ungehört in irgendwelchen Wühlkisten fristet.

Michels – Do You Still Dig It


MAPACHE – Mapache
LP 2017 (Spiritual Pajamas)

Die Michels LP zog ich nur aus dem Regal, weil mich Mapache an „Full Moon California Sunset“ erinnern. Zwei junge Kalifornier aus Los Angeles, die eine tolle Westcoast-LP vorgelegt haben, die mit zum allerbesten gehört was 2017 veröffentlicht wurde. Tolle Arrangements, tolle Vocals – Hammer!

Mapache – In The Morning Light


THE SPITFIRES – „Take Action“
7“ 2017: Over And Over Again / Take Action (Hatch Records)

Kurz vor Weihnachten ist noch eine neue Single einer meiner Lieblingsbands aus England der letzten Jahre erschienen. Inzwischen haben sich The Spitfires langsam aber sicher von „Setting Sons“ hin zu „The Gift“ und Ska und Reggae-Einflüssen entwickelt. Was für eine großartige B-Seite.

The Spitfires – Take Action


GLAXO BABIES – „Put Me on The Guest List“
LP 1980 (Heartbeat Records)

Eine Zusammenstellung aus damals unveröffentlichten Stücken der Band aus Bristol aus ihren Anfangsjahren 1978 und 1979. Bristol war zwischen 1977 und Anfang der 1980er Jahre nicht nur für seine gute und sehr aktive Reggae-Szene bekannt, sondern auch für Postpunk-Bands wie Pop Group, Pigbag, Rip Rig and Panic, The Europeans, Brilliant Corners usw. „Put Me On The Guest List“ ist Postpunk in seiner reinsten Ausprägung – dunkel, experimentell, radikal, mit vielen Reggae/Dub-Einflüssen und trotzdem sehr eingängig. Ein echtes Juwel.

Glaxo Babies – Put Me On The Guest List


RUBI RUSHTON – Trudi’s Songbook Volume Two
LP 2017 (22a)

Rubi Rushton sind ein Jazz Sextett aus London. Trudi‘s Songbook Volume 1 war eine der besten aktuellen Jazz Veröffentlichungen im ersten Halbjahr 2017 und Trudi’s Songbook Volume 2 ist eine der besten Jazz Veröffentlichungen des zweiten Halbjahres 2017, nachdem ihr erstes Album Two For Joy schon eine der besten Jazz Veröffentlichungen 2015 war.

Ruby Rushton – Tisbury Truckin


JANE – Lady
LP 1975 (Brain)

Auf dem legendären (grünen) Brain-Label waren Anfang bis Mitte der 1970er Jahre nicht nur Neu!, Cluster, Harmonia, Edgar Froese und weitere inzwischen als essentiell angesehene deutsche Acts vertreten, sondern auch Peoples Bands wie z.B. Grobschnitt, Novalis und natürlich Jane. Vor allem Jane wurde in den Musikmagazinen gnadenlos zerrissen und ich kann mich daran erinnern, dass sie damals (das muss so 1978 gewesen sein) aus der SDR Sendung „Point“, die ich als Kind/Jugendlicher damals regelmäßig hörte, vor Beginn des Interviews wieder ausgeladen wurden. Begründung: Rockstargehabe im Funkhaus. Bei Jane schieden sich also die Geister, obwohl oder gerade weil die Band mit die Cash Cow des Labels war, was die Verkaufszahlen anging. Ich gehörte nicht zu den Fans, aber kaufte mir damals die Platten „Lady“ und „Fire Water Earth and Air“. Ich mochte beide Alben und mag diese zu meiner Überraschung auch heute noch. Das ist klassischer, schwerfälliger und irgendwie unrund und holprig klingender Rock mit Orgel und auf „Lady“ mit guter bluesiger Stimme, wie er so damals wirklich nur aus Deutschland kommen konnte. Aber der Sound und die durchgehende Stimmung auf dem Album haben für mich Tiefgang und sogar etwas Mystisches. Das ist wirklich Krautrock, im wahrsten Sinne des Wortes! Conny Plank hat da richtig gute Arbeit geleistet als Toningenieur (wie fast immer).

Jane – Lady


SUBURBAN HOMES – Unemployed
7“ 2017 b/w Anxiety Attack (Total Punk)

„Conformity in the UK“, die Suburban Homes 7“-Single von 2015, war so etwas wie meine Lieblingssingle damals. Und auch diese aktuelle Veröffentlichung aus dem Oktober 2017 ist großartiger rumpeliger D.I.Y-Punk mit Charmefaktor 100 – amazing!

Suburban Homes – Unemployed


THE LYMAN WOODARD ORGANIZATION – Saturday Night Special
2LP 1975 –> RE 2017 (BBE/180 Proof)

Tolles Reissue! Im Original eine Veröffentlichung vom einflussreichen, aber leider kurzlebigen Strata Records Label aus Detroit von 1975. Obwohl es so aussieht, handelt es sich nicht um einen Soundtrack, sondern um ein reguläres Album. Es könnte sich aber tatsächlich um einen Jazz Funk Blaxploitation Score handeln, zumindest würden sich die Tracks dazu hervorragend eignen. Lyman Woodard gehörte eine Zeitlang als Keyboarder zur Motownbelegschaft und war musikalischer Leiter für Martha Reeves & The Vandellas, Undisputed Truth etc. Dieses Reissue ist besonders zu empfehlen, da alternative Abmischungen vom Titelstück und von „Belle Isle Daze“ als Bonustracks mit drauf sind und die Veröffentlichung deshalb zur Doppel LP angewachsen ist.

Lyman Woodard Organizsation – Saturday Night Special Alternate Take


OH! GUNQUIT – Lightning LIkes Me
LP 2017 (Decapitator Records)

Verglichen mit ihrem roheren und etwas unausgegorenerem Debut „Eat Yuppies And Dance“ von 2015 ist das ein Schritt vorwärts zu einem gefälligeren und klarerem Gesamtsound. Nach wie vor bewegen sich Oh! Gunquit irgendwo in der Schnittmenge zwischen dem Shangri-Las-Sound aus den 1960ern, den Revillos mit Saxofon und Trompete und den besseren Momenten der B 52’s. Das macht Spaß und ist richtig gut.

Oh! Gunquit – Captain Of The Creeps

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